Rainer Sülflow

Fotografie

Zwischenstille Fotoausstellung in der NORD/LB art gallery

„Was wir sehen: Wunderschöne, elegische Landschaften, noch immer beschädigte Häuser, auf den ersten Blick rätselhafte Details – aber doch Frieden. Was wir lesen: Texte auf farbigen Gründen, Briefe, Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen.  Darüber, wie furchtbar Krieg ist. Wie furchtbar das Denken in den Strukturen des Krieges ist. Texte und Bilder sprechen auf intensive Weise das menschliche Mitgefühl an.“

„Mein Vater lehrte mich, als Ergebnis seiner eigenen Kriegserfahrungen, Demut. Das philosophische Wörterbuch definiert sie als Tugend, die aus dem Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit hervorgehen kann. Vor diesen Bildern scheint Demut angebracht.“

„Hannah Arendt spricht von der sozialen Normierung und dem Despotismus der Mehrheit – das Wichtigste, was es zu hüten gilt, ist das Funktionieren einer Demokratie, in der auch und vor allem die Interessen der Minderheit berücksichtigt werden. Rainer Sülflow hat eine Arbeit geschaffen, die helfen kann, dieses zu kommunizieren. In ihren schönsten Momenten erinnert sie - etwa - an die Musik von Bach, die einfach nur Musik und schön ist, zugleich aber an Schrecken und Leiden zu Bachs Zeit, an den 30jährigen Krieg und die Pest erinnert.“

Fußballplätze in Deutschland

Fußballplätze in Deutschland

Fußballplätze in Deutschland

"... so süßtraurig, so allgemeingültig, wie ein früher Film von Wim Wenders."

Land in Sicht

"Was ist Deutschland? Bratwurstbude, Waldeinsamkeit, fruchtbarer Boden für Schweine- und Windkraftbarone? Rainer Sülflow, Fotograf mit Augenmerk für das hübsch Hässliche, hat die ganze Republik ins Visier genommen. Seine Abziehbilder einer ins Gräulich changierenden Realität beweisen: Das Klischee lebt. Fast alles sieht aus wie vorgestanzt in den Gedanken eines notorischen Heimatkritikers – die Liebe der Senioren zur Windjacke und der Hüftspeck der Jungs am Badeteich, das Kraut auf dem Teller und die kleine Kneipe in unserer Straße. Doch hinter dem bösen Blick keimt Brüderlichkeit auf. Wenn Sülflow sich rücklings anschleicht und die Fußgänger mit den schütteren Haaren und krummen Schultern von ihrer schwachen Hinterseite zeigt, fliegt den Betrachter Rührung an. Die Kommentare zu den einzelnen Fotos dieser schrägen Deutschlandreise fallen ebenfalls doppelbödig aus. Der Journalist Jan Weiler hat sie komponiert: frech, witzig, lakonisch und durchaus zärtlich zwischen den Zeilen."

"Auch deshalb ist Rainer Sülflows staunenswertes Buch eine Wohltat. Der Fotograf hat Fußballplätze porträtiert, die nur das sind: Plätze, Felder, Orte. Nichts sonst. So sind Bilder entstanden, die dem Fußballspiel etwas von seiner Unbekümmertheit und Bedürfnislosigkeit zurückgeben."

Land in Sicht

"...und ich finde Ihnen ist da eine ganz bemerkenswerte Arbeit gelungen, eine die in Jahren mehr Auskunft über den heutigen Status Quo geben wird, als vieles Andere."

"Poetisch wirken die Bilder der Fußballplätze, inmitten malerischer Landschaften gelegen; die Bolzplätze hinter hohen Zäunen und am Rande von Industrieanlagen erscheinen eher karg, aber nie trostlos, monoton oder abweisend. In der Vorstellung des Betrachters mögen sich hier Generationen von rotznäsigen Jungs – und auch Mädchen – in viel zu großen Trikots die Knie aufgeschlagen, tausende von Familienvätern mit Bauchansatz das letzte Tor vor der Zerrung geschossen haben. Den hunderte Millionen Euro teuren Bombast-Arenen von München, Schalke und Hamburg setzt er die tausendfach vorhandenen Plätze entgegen, auf denen wohl jede große Kickerkarriere einmal begann und noch viel mehr Träume vom Profi-Leben unerfüllt blieben."

Land in Sicht

"Es gibt Fotos, die sind so unspektakulär, dass sie schon wieder Kunst sind...Fotograf Rainer Sülflow hat Steilvorlagen geliefert. Er spießt Spießiges auf, porträtiert Menschen und Orte, die so typisch sind für unser Land, dass wir ihnen normalerweise keine Beachtung schenken. Oder er entdeckt Nebensächliches, absurde Zufälle...Ja, ja, ja – genauso ist das – möchte man immer fort rufen ... Gehen Sie einfach mit diesem Bildband ins Bett. Das garantiert, dass sie lächelnd aufwachen!"